Stadt spart Energie
Wegen der opportunen Verringerung von Kohlendioxiden sowie eines beachtlichen Einsparpotentials an Betriebskosten avancierte der Energiesektor der Stadt Weinstadt zum Schwerpunkt kommunaler Umwelt- und Klimaschutzarbeit.

Schon seit 1992 setzt die Stadt Vorschläge eines Energiegutachtens sukzessive nach verfügbaren Haushaltsmitteln mit Maßnahmen beispielsweise einer sparsamen Beleuchtungs- und Heiztechnik sowie optimalem Wärmeschutz bei öffentlichen Gebäuden um. Erster Bürgermeister Jürgen Oswald: »Jetzt wird die Stadtverwaltung Weinstadt dem Energieverbrauch in öffentlichen Liegenschaften, der mit immerhin 1,6 Millionen Mark jährlich zu Buche schlägt, mittels eines umfassenden 'Kommunalen Energiemanagements' systematisch auf den Grund gehen.« Ihn freue, daß damit ein weiterer Schritt zu einer kontrollierten Energiebewirtschaftung getan worden ist.

Grünes Licht erhielt die Verwaltung dafür Mitte September vom Verwaltungsausschuß des Gemeinderats. Nach intensiven Bemühungen konnte für diese Aufgabe ein entsprechend ausgebildeter Mitarbeiter gewonnen werden: Stefan Reißig, von Beruf Umwelttechniker, wird nach absolvierter Fortbildung als »Energiemanager« seine auf ein Jahr befristete und projektbezogene Arbeit beim Hochbauamt der Stadtverwaltung am 1. Dezember 1997 aufnehmen. Im obliegt es, den Ist-Zustand an Verbrauchsdaten für Wärme und Strom in rund 50 öffentlichen Einrichtungen Weinstadts wie Rathäuser, Schulen, Kindergärten, Sport- und Schwimmhallen unter Einbeziehung von energetischen Gebäudestammdaten und vorhandenen Werten methodisch zu erfassen und zu bewerten. Die landesweite Beteiligung einer Vielzahl von Kommunen am Projekt »Kommunales Energiemanagement« unter Federführung der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg ermöglicht auch einen interkommunalen Abgleich aller gewonnenen Daten, um dadurch zusätzliche Schlüsse zu ziehen.

Ziel des Kommunalen Energiemanagements ist es schließlich, neben ökologischen Effekten Einsparpotentiale beim Strom-, Öl-, Erdgas- und Wasserverbrauch auszuschöpfen und damit gerade in Zeiten angespannter Finanzen zu einer Entlastung des städtischen Verwaltungshaushalts beizutragen. Im Kontext mit den am Projekt beteiligten anderen Kommunen soll ein jährlich fortschreibbarer Energiebericht erarbeitet werden, der die Verbrauchserfassung und -kontrolle, eine Analyse der ermittelten Daten zur Ermittlung von Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten, die technische Überwachung von Energieanlagen sowie organisatorische und betriebliche Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimierten Betriebs wie auch die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen aufzeigt.